Neuer Wegweiser für Familien mit unheilbar kranken Kindern

In dem Heft wird auch erklärt, wie Kinderhospizarbeit funktioniert.

Von Karsten Mintasti

Braunschweig. Einen gedruckten „Wegweiser für Familien mit schwer erkrankten Kindern" hat jetzt die Kooperationsgemeinschaft Ambulante Kinderhospizarbeit Süd-Ost-Niedersachsen, kurz „S0Nne“, vorgestellt.

Hinter diesem Netzwerk stecken die Hospizvereine aus Braunschweig, Gifhorn, Peine, Salzgitter, Wolfenbüttel und Wolfsburg, die sich mit Hilfe von professionellen Mitarbeitern und 30 Ehrenamtlichen um Familien mit Kindern mit lebensverkürzenden Erkrankungen kümmern.

Darüber hinaus gibt es noch eine große Zahl weiterer Angebote und Einrichtungen, die Unterstützung unterschiedlichster Art bieten.

Sie sind - soweit den Kooperationspartnern bekannt - alle in dem kostenlosen Wegweiser aufgeführt, der ab sofort bei den genannten Hospizvereinen ausliegt und in den nächsten Tagen auch an Jugendämter, Kinderkliniken, Kinderärzte und weitere Multiplikatoren verteilt wird. In der Broschüre wird erklärt, was Kinderhospizarbeit genau bedeutet.

Hospizarbeit für schwerkranke Kinder läuft in der Regel ganz anders ab als bei erwachsenen Menschen, bei denen das Leben zu Ende geht. So existiert in unserer Region gar kein Kinderhospiz. Die nächsten Einrichtungen befinden sich in Magdeburg und Nordhausen, Syke und Hamburg.

„Eine Begleitung kann schon mit der Diagnosestellung beginnen und findet in der Regel zu Hause statt, wo die Kinder im privaten Umfeld betreut werden“, erläuterte Ulrich Kreutzberg, Geschäftsführer des Vereins Hospizarbeit Braunschweig. Zudem seien viele der Kinder nicht krebskrank, wie oft vermutet würde, sondern litten etwa an Stoffwechselstörungen, genetischen Defekten, Muskelschwund oder an mehrfachen Behinderungen.

„Die Betreuung dieser Kinder dauert oft Jahre oder gar Jahrzehnte“, berichtete Roswitha Bender, Vorstandsmitglied im Braunschweiger Hospizverein. Die Hilfe der Ehrenamtlichen umfasse manchmal auch die Betreuung der gesunden Geschwister, damit zum Beispiel die Mutter mit dem kranken Kind zum Arzt gehen kann. „Ehrenamtliche werden von uns geschult, begleitet – stets werde auch neue gesucht“, so Bender. „Noch nie konnte man sich so umfangreich und leicht über das unterstützende Netzwerk informieren“, sagte Lucas Weiß, Geschäftsführer des Vereins Hospizarbeit Region Wolfsburg. „Wir rechnen damit, dass das Netzwerk so noch weiter wächst.“ Diese Erfahrungen habe man mit einem ähnlichen Heft über Hospizarbeit für Erwachsene gemacht.

Der freundlich gestaltete Wegweiser gibt Hinweise von Selbsthilfegruppen über Familienpaten bis zur Trauerbegleitung.

Weitere Informationen unter www.kinderhospizarbeit-sonne.de . Der neue Wegweiser liegt ab Anfang März auch in digitaler Form vor.

GR 22.02.2018

 

Das Kinderhospizarbeit-Netzwerk „SONne“ präsentierte in heller Wintersonne den neuen Wegweiser für Familien. Von links Uta Mahlfeld (Gifhorn), Angelika Herzog (Wolfenbüttel), Roswitha Bender, Michael Rochow, Ulrich Kreutzberg (alle Braunschweig) und Lucas Weiß (Wolfsburg).  Foto:Mentasti 

 

1500 Euro für den Hospizverein

Erlös aus Benefizkonzert übergeben

 

Gifhorn/Ehra. „Das war rappeldicke voll“, erinnert sich Hartmut Krämer vom Vorstand des Hospizvereins noch gut an das Benefizkonzert von Sören Wolff and Friends in der St. Michaelis-Kirche in Ehra im November. Und weil es so voll war, ist auch eine große Summe zusammengekommen: 1500 Euro stand auf dem Scheck, den Sören Wolff gemeinsam mit Pastor Helmut Kramer jetzt an Ewa Klamt und Hartmut Krämer überreichte.

„Wir haben keine gemeinsame Band“, sagt Sören Wolff. Anlässlich des Benefizkonzerts ruft er seit einigen Jahren befreundete, hochkarätige Musiker zusammen, die dann gemeinsam einen Abend lang in wechselnden Konstellationen auftreten. „Und es ist beeindruckend, dass die Leute alle so mitziehen.“ Ob es darum geht, Lautsprecherboxen auszuleihen oder Musiker zu gewinnen, „ich habe immer nur gehört: kein Problem“. Er ist überzeugt: „Jeder, der uns hilft, überlegt, wie er der Gesellschaft etwas zurückgeben kann dafür, dass es ihm so gut geht.“

Damit bestätigt er die Erfahrung von Ewa Klamt, die ebenfalls feststellt: „Es ist kein Problem, Leute zu finden, die sich für andere einsetzen.“ So läuft gerade wieder eine Schulung von zehn, zwölf künftigen ehrenamtlichen Begleitern, das jüngste Thema war die Palliativmedizin. „Die Referenten werden bezahlt, die Verköstigung der Teilnehmer bezahlen wir“, zählt Ewa Klamt Beispiele auf, für die die Spenden benötigt werden. „Und wir bilden zurzeit zwei Trauerbegleiter aus, das ist eine anerkannte, nicht ganz billige Ausbildung.“ tru

AZ 08.02.2018

 

Hospizverein: Helmut Kramer (v.r.) und Sören Wolff übergaben den Erlös des Konzerts an Ewa Klamt und Hartmut Krämer. Christina Rudert

 

 

Handgefertigte Seelentröster helfen auch dem Hospizverein: 500 Euro Reinerlös als Spende

Die Isenbüttelerinnen Elisabeth Krull und Ruth Prüßner wollen auch künftig Kuscheltiere für die gute Sache kreieren

Gifhorn/Isenbüttel. „Wir machen weiter“, kündigten Elisabeth Krull und Ruth Prüßner an. Gemeinsam mit Ewa Klamt und Dorte Köpke vom Vorstand des Hospizvereins überlegten sie gleich, wann sie ihre selbst gefertigten Kuscheltiere zugunsten des Hospizvereins verkaufen könnten. Beim Wahrenholzer Weihnachtsmarkt und dem Sassenburger Hobbyhandwerkermarkt hatten die Isenbüttelerinnen 500 Euro eingenommen, die sie jetzt dem Hospizverein spendeten.

„Angefangen hat es mit einer gehäkelten Fledermaus als Schlüsselanhänger für meine Tochter“, berichtete Ruth Prüßner. „Und ich habe immer schon viel gestrickt und hatte nun mal genug Socken“, ergänzte Elisabeth Krull. So taten sich die Nachbarinnen im Herbst zusammen, um die liebenswerten Seelentröster anzufertigen. Und weil Elisabeth Krull positive Erfahrungen mit Hospizarbeit gemacht hat, entschieden die Frauen, die Tiere zugunsten des Hospizvereins zu verkaufen.

„Es ist toll, wenn Menschen wie Sie solche Ideen haben“, freute sich Ewa Klamt und berichtete, dass der Hospizverein sich nicht über fehlendes Engagement beklagen kann. „Wir haben bei unseren Infoabenden um die 30 Interessenten und können jedes Jahr einen Schulungskursus für zwölf Teilnehmer anbieten.“

Spätestens beim Welthospiztag im Oktober werden Isenbütteler Seelentröster am Stand des Hospizvereins zu finden sein. Aber Elisabeth Krull und Ruth Prüßner verkaufen die niedlichen Unikate auch früher, wenn sich eine Gelegenheit bietet. tru

AZ 05.02.2018

 

Seelentröster helfen dem Hospizverein: Ruth Prüßner (v.l.) und Elisabeth Krull überreichten Ewa Klamt 500 Euro aus dem Verkauf der Kuscheltiere.   Christina Rudert