Das Goldene Herz - Helfen, wenn Hilfe nicht mehr bezahlt wird

Die 40 ehrenamtlichen Begleiter des Vereins Hospizarbeit Gifhorn müssen stark sein. Sie begleiten sterbenskranke Patienten in ihrer letzten Lebensphase. Menschen mit Krebsdiagnose stellen die Begleiter vor besondere Herausforderungen. „Krebs trifft oft jüngere Menschen mitten im Familienleben“, weiß Koordinatorin Jeannette Ehlers. Und Begleiter Stefan Mühlstein (50) sagt: „Ihre Lebenspläne brechen zusammen.

In dieser Situation sind wir Begleiter zu hundert Prozent für sie da.“ Schwierig wird es, wenn trotz des Palliativ-Hospizgesetzes Angebote des Hospizvereins nicht von gesetzlichen Trägern refinanziert sind. „Dann sind wir auf Spenden angewiesen“, erläutert Koordinatorin Ehlers. So bekommen Begleiter Fahrt- und Sachkosten erstattet, wenn sie sich um ihre Patienten in Hospizhäusern außerhalb Gifhorns kümmern. Zurzeit besucht eine Begleiterin fast täglich das Kind einer 40 Jahre alten Mutter, die mit Krebs im Hospiz betreut wird.

Unter dem Thema „Diagnose Krebs“ hilft die Aktion dieses Jahr 14 Projekten in der Region, die Patienten und ihren Familien beistehen.

Über jede Initiative können Sie in den nächsten Wochen in unserer Zeitung und auf der Online-Themenseite zur Spendenaktion ausführlich lesen: Das Goldene Herz

 

Begleiter Stefan Mühlstein und Koordinatorin Jeannette Ehlers vom Verein Hospizarbeit Gifhorn helfen Krebspatienten in ihrer letzten Lebensphase.      Foto: Christian Franz

Gifhorner Rundschau 30.11.2017

 

Ewa Klamt Vorsitzende des Hospizvereins Gifhorn. (Archivfoto: Franz) 

Trauercafé bietet ab Januar zweiten Raum in Paulusgemeinde 

Dort soll sich ein Stammtisch treffen. Damit soll es im Steinweg künftig wieder mehr Platz für neue Trauernde geben.

Gifhorn. Das Trauercafé in der Geschäftsstelle des Vereins Hospizarbeit Gifhorn, der das monatliche Treffen gemeinsam mit dem Palliativnetz Gifhorn ausrichtet, platzt aus allen Nähten. „Derzeit sind wir inklusive der drei Trauerbegleiterinnen bei den Treffen 17 Personen - das ist eigentlich für die Räumlichkeiten, die wir uns mit anderen wie der Diakonie teilen müssen, schon zu viel“, meint Vorsitzende Ewa Klamt.

Doch bald schon winkt Entlastung: Viele der Trauercafé-Teilnehmer sind schon ein Jahr oder länger dabei und mit der Bewältigung des Verlustes eines Angehörigen viel weiter als neue Besucher. Diese Gruppe soll nun einen neuen Platz erhalten, um sich weiter über die Themen Trauer und Aufarbeitung austauschen zu können: Laut Klamt kann sich diese Gruppe ab Januar in der Paulusgemeinde treffen. Der Stammtisch findet dann jeden 3. Dienstag von 17 bis 19 Uhr statt. Eine der drei Trauerbegleiterinnen wird diese zweite Gruppe zusätzlich betreuen.

So haben Interessierte, die gerade erst einen Angehörigen verloren haben, wieder die Möglichkeit, das Trauercafé im Haus der Diakonie, Steinweg 19a, zu besuchen. „Die Neuen brauchen in der Anfangszeit ausschließlich Trost“, so Klamt. Besuchszeiten sind jeden 2. Dienstag im Monat von 16 bis 18 Uhr. Eine Anmeldung ist notwendig. Das Trauercafé wird grundsätzlich jedoch nur für Angehörige angeboten, die einen Menschen verloren haben, der von der Hospizarbeit oder dem Palliativnetz Gifhorn auch tatsächlich betreut wurde.

Wer deren Hilfe nicht in Anspruch genommen hat, erhält natürlich trotzdem Unterstützung in der Trauerbewältigung: Das Diakonische Werk bietet kostenfrei Einzel- und Gruppengespräche für  Trauerbegleitung an: (053 71) 94 26 26.

dak

Gifhorner Rundschau 25.11.2017

5000 Euro-Spende für Hospizarbeit Gifhorn

Gifhorn   Das Geld der Volksbank BraWo soll in die Schulung der Begleiter des Vereins fließen.

Der Job, den Ewa Klamt und ihr Team leisten, wäre für Thomas Fast ja nichts. „Ich bewundere das, was Sie tun, ich selbst bin dafür zu nah am Wasser gebaut, ich könnte das nicht“, sagte der Leiter der Volksbank-BraWo-Direktion Gifhorn gestern. Als Anerkennung überreichte er der Vorsitzenden der Hospizarbeit sowie Schriftführerin Dorte Köpke einen symbolischen Scheck über 5000 Euro. „Damit Sie die Not der Menschen lindern.“ Die Volksbank BraWo kooperiert mit dem Verein seit drei Jahren. „Und ich werde das auch aufrechterhalten“, betonte Fast.

Klamt und Köpke bedankten sich und betonten, dass nicht nur Kinder oder alte Menschen begleitet werden, sondern „Menschen in ihren besten Jahren mit teils junger Familie.“

Weil die für den Verein anfallenden Kosten nur bedingt refinanziert würden, ist die Hospizarbeit auf Spenden angewiesen. Das Geld soll nun in die Schulung der ehrenamtlichen Begleiter, der Kinderbegleiter sowie in die Ausbildung der Trauerbegleiter fließen.     dak

 

Ewa Klamt (rechts), Vorsitzende des Vereins Hospizarbeit Gifhorn, und Schriftführerin Dorte Köpke erhielten vom Leiter der Gifhorner Volksbank-Direktion, Thomas Fast, eine Spende im Wert von 5000 Euro.

Foto: Daniela König

Gifhorner Rundschau 21.11.2017